Vom Großreich zur Provinz
Ägypten wurde 525 v. Chr. von den Persern erobert und erstmals Provinz eines fremden Weltreiches. Die Selbstverwaltung und die Religionsfreiheit wurde dem Land in gewissen Grenzen zugestanden. Das 404 wieder unabhängig gewordene Ägypten fiel 332 v. Chr. kampflos in die Hände Alexanders des Großen. Er hellenisierte Ägypten als Teil des Makedonischen Reiches. Sein Feldherr Ptolemaios übernahm nach seinem Tod (323 v. Chr.) die Verwaltung der ägyptischen Provinz. 305 nahm er den Titel eines Königs als Ptolemaios I. Soter an und begründete damit das Herrscherhaus der Ptolemäer, von dem Ägypten fast 300 Jahre lang regiert wurde. Die Ptolemäer das von Alexander gegründete Alexandria zu ihrer Hauptstadt. Außenpolitisch orientierten sie sich auf den Mittelmeerraum. Nach dem Tod der letzten Herrscherin des Ptolemäerhauses, Kleopatra VII., wurde Ägypten 30 v. Chr. zur römischen Provinz. Das Land kam mit der Teilung des Römischen Reiches 395 n. Chr. unter byzantinische Herrschaft und verlor einen Großteil seiner bisherigen wirtschaftlichen Bedeutung durch die Verlagerung der Fernhandelswege nach Konstantinopel. Vor allem die oströmische Religionspolitik führte zu einer starken Oppositionsbewegung gegenüber dem Byzantinischen Reich. Dies drückte sich insbesondere nach dem Konzil von Chalcedon 451 durch die Bildung der unabhängigen koptischen Kirche aus. Ägypten wurde in der Spätantike Ausgangspunkt der christlichen Mission in Nubien und Äthiopien, deren Kirchen sich en an die koptische Kirche des Landes anlehnten. |