Soziale Lage und BildungÄgypten nimmt eine mittlere Position ein, wenn es um das Pro-Kopf-Einkommen im afrikanischen Vergleich geht. Um 2,4% ist das BIP 2004 gestiegen. 15% davon wurden in der Landwirtschaft, 37% in der Industrie und 48% im Dienstleistungssektor erwirtschaftet. 2002 arbeiteten 27% aller erwerbstätigen in der Landwirtschaft, 21% in der Industrie und 52% im Dienstleistungssektor. Es gibt eine Kranken-, Alters- und Invalidenversicherung. Alle Arbeitnehmer sind sozialversichert. Es gibt außerdem Hinterbliebenenrenten, Krankengeld und Arbeitslosenunterstützung. Die Beschäftigen Industrie sind zu einem gewissen Prozentsatz an den Unternehmensgewinnen beteiligt. 2005 und 2006 lag die Arbeitslosigkeit im Durchschnitt bei 9,8%. Es gab eine hohe verdeckte Arbeitslosigkeit. Von den einst 3 Mio. ägyptischen Gastarbeitern im Ausland kommt erschweren hinzu, dass sehr viele (vor allem aus Kuwait und aus dem Irak) wieder in ihre Heimat zurückgekehrt sind. Auf dem Land ist eine saisonale Arbeitslosigkeit typisch. Hingegen herrscht in den Städten eine eher permanente Unterbeschäftigung. Im gleichen Zeitraum lag die Inflation im Durchschnitt bei 4,5%. In den Städten ist das Gesundheitssystem relativ gut entwickelt. Auf dem Land hingegen gibt es noch gravierende Lücken. Ursachen für endemische Krankheiten (z.B. Bilharziose) sind einseitige Ernährung und mangelnde Hygiene. Malaria stellt ein zusätzliches Problem dar. Bei kostenlosem Unterricht besteht eine allgemeine Schulpflicht für 6- bis 12-Jährige. 1952 wurde das derzeitige Schulsystem eingeführt. An die Grundschule schließen sich eine dreijährige Vorbereitungs- und eine dreijährige Sekundarschule an. Die Hochschulausbildung folgt darauf. Trotz des erheblichen Ausbaus schulischer Einrichtungen beträgt die Analphabetenrate noch etwa 50%. Von den zwölf Universitäten Ägyptens befinden sich fünf in Kairo. Die Al-Azhar-Universität in Kairo stellt eine Besonderheit dar, da sie seit 983 Zentrum islamischer Gelehrsamkeit ist. |